Sektoraler Heilpraktiker für Physiotherapie
Was ist ein sektoraler Heilpraktiker:
Ein sektoraler Heilpraktiker hat die beschränkte Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde (Physiotherapie) nach § 1 Absatz 1 HeilprG (sektoraler Heilpraktiker). Die Zulassung eines sektoralen Heilpraktikers für Physiotherapie wird erteilt, für NRW, vom Gesundheitsamt Düsseldorf.
Normalerweise ist der erste Gang des Patienten zum Arzt, der dann ein Rezept für den Physiotherapeuten ausstellt. Durch die Zusatzqualifikation des sektoralen Heilpraktikers für Physiotherapie wird die Krankheitsdiagnose vom Physiotherapeuten vorgenommen. Diagnose, Rezept und Therapie finden also unter einem Dach statt. So spart man sich den Weg zum Arzt und Sie kommen bei akuten Beschwerden direkt in die Physiotherapie Praxis. Ist die Befundlage unklar, wird der Patient natürlich zu einem Facharzt weitergeleitet, um das Krankheitsbild weiter abzuklären.
Der sektorale Heilpraktiker (Physiotherapie) ist eine neue Zusatzqualifikation für staatlich anerkannte Physiotherapeuten. Diese Tätigkeit setzt Verantwortung, Fachwissen, Erfahrung und besonders viel Feingefühl voraus. Diese Zusatzqualifikation gibt es erst seit 2009.
Welche Vorteile haben Sie als Patient?
- keine lange Wartezeit auf einen Arzttermin
- Behandlung ohne ärztliche Verordnung
- Ausführliche Befunderhebung und Diagnosestellung
- Keine vorgeschriebene Therapieform, Behandlungszeit und Anzahl der zu leistenden Behandlungen
- und dadurch effektive Behandlung Ihrer Beschwerden
Heilpraktiker für Physiotherapie unterliegen dennoch gesetzlichen Beschränkungen. Einige Maßnahmen und Behandlungsformen sind ausschließlich approbierten Ärzten oder anderen Gesundheitsberufen (Heilpraktiker) vorbehalten.
Dazu zählen zB:
- Verschreibung von Medikamenten
- Akkupunktur
- Ausstellen amtlicher Atteste
- Behandlung von Krankheitsbildern, die nicht zum Tätigkeitsfeld der Physiotherapie gehören
Kostenübernahme der Behandlungen?
Der Verdienst von sektoralen Heilpraktikern für Physiotherapie unterliegt keinen festen Vorgaben und keiner vorgegebenen Vergütungsvorlage. Als niedergelassener sektoraler Heilpraktiker (Physiotherapie) im Sinne des § 18 EStG können die Leistungen, die dafür erhobenen Gebühren frei den Unternehmerischen Belangen angepasst werden.
Als anerkannte Berechnungshilfe für Honorare kann man das Gebührenverzeichnis für Heilpraktiker (GebüH) zur Hilfe nehmen. Dieses stellt keine verbindliche Gebührenordnung dar.
Gesetzliche versichert:
Diese Therapie wird ohne Verordnung vom Arzt leider nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Jedoch bieten viele Krankenkassen ihren Mitgliedern für einen geringen monatlichen Beitrag eine Zusatzversicherung an. Diese kann je nach Wunsch auch die Kosten für Behandlungen im Bereich der Heilpraktik mit abdecken. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Kasse!
Privat versichert:
Für Privatpatienten oder Patienten mit privater Zusatzversicherung gibt es die Möglichkeit der Teil- oder Gesamterstattung.
Die Rechnungen des Sektoraler Heilpraktikers für Physiotherapie (erstellt in Anlehnung an die Gebührenordnung für Heilpraktiker „GebüH) können bei den Privatversicherungen als Heilbehandlung zum Teil oder gesamt geltend gemacht werden, sofern in Ihrem Vertrag Heilpraktikerleistungen erstattungsfähig sind. Informieren Sie sich bitte vorab bei Ihrer Versicherung bezüglich der Kostenübernahme.